Gräflicher Besuch beim Kienholzhacken

Der 1948 gegründete Kienholzclub (KHC) ist eine Abteilung des FV 1912 Wiesental und in Waghäusel die älteste Narrenvereinigung. Neben der Durchführung der Großen Wiesentaler KHC-Prunksitzung am 15. Februar in der Wagbachhalle sowie des 50. Fastnachtsumzugs am Vortag des Aschermittwoch zählt die Pflege einer über 70-jährigen Tradition zu den besonderen Aufgaben des Kienholzclubs.

Immer zu Beginn eines Jahres treffen sich die KHC-Mitglieder mit den Ehrenkienholzleuten und Herzdamen zum Hacken und Bündeln des Kienholzes. Weit mehr als 30 Arbeitswütige versammelten sich im ehemaligen Jugendraum der Zwölfer um mit Geschick und Fleiß die begehrten Kienholz-Büschel zu fertigen. Darunter auch Bürgermeister und Ehrenkienholzmann Thomas Deuschle, der sich beim Spalten der harzhaltigen Holzblöcke zu bleistiftdicken Spänen als geschickter Hacker im Umgang mit seinem messerscharfen Beil erwies.

Einen ganz besonderen Bezug zu Holz hat Graf Kuno, die Symbolfigur der Brusler Fasnacht. Ihm wird im bekannten Lied vom „Bruchsaler Durst“ nachgesagt, dass er in früheren Jahren den Bruchsaler Wald regelrecht versoffen habe. Vielleicht fühlt sich Graf Kuno gerade deshalb im waldreichen Waghäuseler Stadtteil ganz besonders wohl. In der Person von Heimfried Werner schaute die Symbolfigur der Bruchsaler Fastnacht beim Hacken und Bündeln des Kienholzes in Wiesental vorbei. Beeindruckt zeigte er sich vom Arbeitseinsatz und der dort gelebten Brauchtumspflege. „So stelle ich mir ein intaktes Vereinsleben vor“, lobte der gräfliche Besucher und versuchte sich selbst beim Hacken und Bündeln.

KHC-Kommandant Tobias Kolb und die Herzdamen Mareike I. und Alisa I. nutzten die Gelegenheit und überreichten dem Grafen Kuno neben einem Kienholzbüschel auch die Ehrenbuttons der Herzdamen. Die amtierenden Regentinnen der Wiesentaler Fastnacht sowie Isabel Daum und Pia Weiß als deren Vorgängerinnen erhielten die Ehrenabzeichen des Grafen. Der Arbeitseinsatz im Vereinsheim des FV 1912 Wiesental wurde mit einem zünftigen Vesper beendet. Auch sehr zur Freude des Grafen Kuno.

Kurt Klumpp