Wissädalä Belzbuwä fordern „Fridays for Fasänacht“

In Waghäusel weinte gestern der Himmel. Vielleicht wegen der Ankündigung, dass im nächsten Jahr kein Fastnachtsumzug mehr stattfinden soll. Doch mittlerweile regt sich positiver Widerstand. Im Mittelpunkt ist dabei „Uwe“, der in seiner Abkürzung für „Umzug Wiesental erhalten“ steht. Initiiert wurde die Aktion vom 1995 gegründeten Freundeskreis Wissädalä Fasänachdä, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.
Für Tobias Kolb, Kommandant des ausrichtenden Kienholzclubs (KHC) und bisher Alleinverantwortlicher für das organisierte Narrentreiben auf der Straße, ist diese schnelle Reaktion ein gutes Zeichen. „Wir alle wollen, dass auch 2021 der dann 51. Gaudiwurm wieder durch die Wiesentaler Ortsmitte zieht“, bestätigt der KHC-Chef und hofft bei der Organisation und Durchführung auf das Zusammenwirken aller närrischen Kräfte in der Fastnachtsmetropole des Bruhrains.
Der 50. Jubiläumsumzug mit 55 gemeldeten Fußgruppen und Wagen litt gestern unter dem teils strömenden Regen. Doch davon ließen sich die vielen Mitwirkenden ihre gute Laune nicht vermiesen. Erlebbar wurde in Wiesental erneut, dass das Virus des Frohsinns keine Krankheit, dafür aber überaus ansteckend ist. Am Finaltag der fünften Jahreszeit ließen die aus der ganzen Region angereisten Närrinnen und Narren keinerlei Müdigkeit erkennen.
Angeführt von den Gardemädchen und den Kienholz-Aktivisten mit den Herzdamen Mareike I. und Alisa I. sowie Ehrenkienholzmann „Rafter der Stimmgewaltige“ schlängelte sich der Gaudiwurm vor überschaubarer Zuschauerkulisse durch das Wiesentaler Zentrum. Ein kleines Jubiläum konnte die Oberhausener Kolpingfamilie mit ihrem Motto „40 Jahre Umzugsteilnahme“ feiern. Aus der Nachbargemeinde kamen auch die „Gollos auf dem Bauernhof“ sowie die „Owwerhaisä Waldgeischdä“. Nach der Absage in Venedig hat der Katholische Kirchenchor Wiesental den venezianischen Karneval auf die Straßen des Waghäuseler Stadtteils gebracht.
Stimmungsbringer waren neben den phonstarken Musikwagen wieder die Guggenmusiker der „Woghaislä Fudiggl“. Nicht mehr wegzudenken aus der Wiesentaler Straßenfastnacht sind der Freundeskreis der TSV-Sportjugend sowie die Kirrlacher Karnevalsgesellschaft mit ihren Gardemädchen, dem Prinzenpaar und Elferrat sowie den Spraddl-Frauen. Die Mitglieder des Badminton-Sportclubs zeigten sich als Wagbach-Schmetterlinge und die „Belzbuwä Wissädal“ forderten „Fridays for Fasänacht“. Dann aber ohne Regen.

Kurt Klumpp